Bildgebung der Choroidea - Pascal Hasler

 

PD Dr. Pascal W. Hasler, Augenklinik am Universitätsspital Basel, berichtete über die Choroidea-Bildgebung. Das strukturelle OCT und noch mehr die OCT-Angiographie (OCTA) haben die Diagnostik dieser Schicht deutlich weiter gebracht.

 

Die arterielle Blutversorgung findet über kurze und lange Ziliargefässe statt, der venöse Abfluss hauptsächlich über Vortexvenen. Die Choroidea dient der Blutversorgung der äusseren Netzhaut, der Thermoregulation und hat offenbar auch Einfluss auf das Augenwachstum und die Akkommodation. Sie dient auch der Lichtabsorption und der Modulation des Intraokulardrucks über den uveoskleralen Abfluss.

In der Fundusphotographie zeigt sich die Choroidea mit Pigmentierung und Depigmentierungen und den Vortexvenen als Landmarken für den Äquator des Auges.  Wenn die choroidalen Gefässe gut sichtbar sind, spricht man von „Tessellation“ (Mosaik). Sind choroidale Gefässe am hinteren Pol auch ausserhalb der peripapillären Region erkennbar, so ist dies stark assoziiert mit einer dünnen Choroidea. Bei simplen Fundusphotographien empfiehlt es sich neben dem Farbbild auch ein Infrarotbild anzufertigen, da die längerwelligen Strahlen mehr Informationen aus der Tiefe ergeben. Das Infrarotbild hat im Übrigen auch den Übernamen „ICG of the poor“. Und bei den Farbbildern sollte man daran denken, dass gewisse Geräte nicht die Originalfarben aufzeigen.

Die Choroidea ist der Untersuchung mit Ultraschall zugänglich, jedoch hat dieses Verfahren Nachteile, wie eine starke Abhängigkeit vom Untersucher, die oft nicht einfache Interpretation, die Variabilität und die geringe Auflösung. Nichtsdestotrotz ist die Untersuchung bei raumfordernden Prozessen in der Choroidea sehr wichtig wie zum Beispiel choroidalen Tumoren, Blutungen und Schwellungen im Zusammenhang mit Entzündungen. Die Ultraschalluntersuchung gibt Angaben über die Morphologie, Grösse/Ausdehnung, Lokalisation und kann sogar Gewebeinformationen liefern.

Auch die Angiographie mit Fluoreszein und/oder Indozyaningrün ist eine wichtige Untersuchungsmethode der Choroidea. Da es sich um eine zweidimensionale Bildgebung handelt, welche aber aus einem dreidimensionalen Gewebe entsteht, müssen bei der Beurteilung der Choroidea die retinalen, pigmentepithelialen und skleralen Veränderungen bei der Beurteilung miteinbezogen werden. Einerseits können Hyper- und Hypo-Fluoreszenzen befundet werden, und andererseits auch deren zeitliche Entwicklung im Verlaufe der Untersuchung. Die Kombination von Fluoreszein und ICG-Angiographie ist teils für die Diagnosestellung auch wichtig wie etwa bei der APMPPE (acute posterior multifocal placoid pigment epitheliopathy) mit ihrer pathognomonischen FAG-ICG-Dissoziation.

Im OCT verbessert das Enhanced Depth Imaging (EDI) im SD-OCT oder das konventionelle SS-OCT die Darstellung der Choroidea. Heutzutage wird viel Wert auf die choroidale Dicke gelegt, was sicherlich auch seine Berechtigung hat, denn einige Pathologien finden sich vermehrt bei dickeren Choroidea („Pachychoroidea“). Die Dicke der Choroidea lässt sich mit OCT häufig auch gut messen. Auch die choroidalen Gefässe und choroidale Tumoren sind im strukturellen OCT messbar, und es gelingt sogar deren dreidimensionale Darstellung. In der OCT-Angiographie sind die choroidalen Gefässe aber nicht ganz einfach darzustellen aufgrund des darüberliegenden Pigmentepithels und vor allem wegen der Choriokapillaris, aber letztendlich sind das strukturelle OCT und das OCTA im Vergleich zu anderen Bildgebungen die genaueste choroidale Bildgebungsmethode.