Aktuelle Fortbildungstermine

Hier zur Termin-Übersicht. Veranstaltungsmeldungen sind willkommen, bitte richten Sie diese an Frau Ulrike Bräunig, u.novotny faCHverlag.


 

Aktuelle SVRG-Stellungnahmen

Die Stellungnahmen der SVRG finden Sie im eigenen Menüpunkt

  • Zur Untersuchung ehemaliger Frühgeborener mit Retinopathie (ROP, retinopathy of prematurity)
  • Zu intravitrealen Injektionen während COVID
  • Zur off-label-Verwendung von Spritzen und Kanülen 
  • Zu Brolucizumab
  • Zum Nanolaser bei früher trockener AMD

 

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Pressemitteilung

Brolucizumab: Novartis informiert proaktiv

  • In prospektiven randomisierten kontrollierten Studien wurde der VEGF-HemmerBrolucizumab auch nach der Ladephase in Vier-Wochen-Injektionsabständen für verschiedene Indikationen geprüft. Novartis informierte, dass die Studien mit diesen Regimes gestoppt wurden.
  • Grund hierfür ist ein sich aus den bisherigen Studiendaten ergebender Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für intraokuläre Entzündungen gegenüber den Vergleichsarmen.
  • Es bleibt für die bisher zugelassene Anwendung unverändert wichtig, Brolucizumab innerhalb des Labels einzusetzen. Dies bedeutet: Keine Vier-Wochen-Intervalle nach der Loading Dose.
  • Die SVRG erarbeitet derzeit eine entsprechende Kommunikation.
  • Hier zur Medienmitteilung von Novartis (28. Mai 2021) Text: UNo

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Optogenetische Therapie beim Menschen wirksam

Nature-Publikation zum ersten erfolgreichen Einsatz bei einem Patienten

Ein erblindeter Patient gewann durch eine optogenetische Behandlung einen Teil seines Sehvermögens zurück. Ein internationales Forschungsteam mit  Letztautor Prof. Dr. Botond Roska publiziert diese Fallbeschreibung in «Nature Medicine». Prof. Roska ist mit Prof. Hendrik Scholl Direktor am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie IOB Basel, Erstautor Prof. José-Alain Sahel arbeitet an der Sorbonne Paris; das internationale Forscherteam umfasst Mitarbeiter:innen in weiteren Pariser Kliniken, am Moorfields Hospital in London und an der Universität Pittsburgh.

Der mit der optogenetischen Methode behandelte 58-jährige Patient erhielt vor 40 Jahren die Diagnose Retinitis pigmentosa, in deren Verlauf er erblindete. Mehr als 70 bekannte Gene können diese Krankheit verursachen. 
Bei der Optogenetik lassen sich lebensfähige Zellen in der Netzhaut durch Licht aktivieren und deaktivieren. Der genetische Bauplan für lichtempfindliche Proteine wurde durch einen Virusvektor in die erkrankten Netzhautzellen in ein Auge des Patienten eingebracht, das zweite Auge diente als Kontrolle. Die nach diesem Bauplan synthetisierten Proteine können Lichtreize in Signale umwandeln, die über den Sehnerven im ZNS weiterverarbeitet werden. Nach Verstärkung der Lichtsignale durch eine Spezialbrille kann der Patient auf einem weissen Tisch liegende Objekte erkennen (Abbildung Sahel/Nature), zählen, lokalisieren und berühren, wie die Forschenden um Botond Roska und José-Alain Sahel berichten. Auf der Strasse könne der Patient den Zebrastreifen erkennen und die Anzahl der Streifen zählen.

«Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg hin zu einer Therapie für Menschen mit genetischen Augenkrankheiten», sagte Prof. Roska, Basel (IOB) und Professor an der Universität Basel. Vor rund 13 Jahren berichteten er und sein Team erstmals, dass blinde Mäuse nach einer optogenetischen Behandlung wieder sehen konnten.

Die Behandlung erfordert ein intensives Training, um die geänderte Signalübertragung zentral richtig zu verarbeiten. Im beschriebenen Fall begann der Patient 4.5 Monate nach der Injektion mit der Spezialbrille, welche die empfangenen Signale verstärkt und auf die Retina projiziert. Ab dem 7. Monat nach Beginn des Trainings begann der Patient, über Anzeichen einer Sehverbesserung zu berichten, schreiben die Forschenden. Weil Retinitis pigmentosa-Patienten in den ersten Lebensjahren zunächst ein normales Sehen entwickeln, kann das Gehirn bereits auf Seheindrücke zurückgreifen, was diese Art der Therapie erleichtert. Sie verspricht noch keinen Visus auf Niveau Zeitunglesen oder Gesichtererkennen, aber ein verbessertes Zurechtfinden im Alltag und damit einen Gewinn an Lebensqualität. Nach diesem ersten Erfolg werden weitere Untersuchungen folgen müssen. Dennoch ist dieses Ergebnis ein grosser Meilenstein der Ophthalmologie. 

Sahel JA, Boulanger-Scemama E, Pagot C, Arleo A, Galluppi F, Martel JN, Esposti SD, Delaux A, de Saint Aubert JB, de Montleau C, Gutman E, Audo I, Duebel J, Picaud S, Dalkara D, Blouin L, Taiel M, Roska B. Partial recovery of visual function in a blind patient after optogenetic therapy. Nat Med. 2021 May 24. doi: 10.1038/s41591-021-01351-4. Epub ahead of print. PMID: 34031601.
Pressemitteilung IOB

 

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Myope Makulopathie: Inzidenz in Europa

Grosse Kohortenstudie aus Deutschland am ARVO präsentiert

Das Thema « Myopieprogression » ist brisant, weil eine höhere Myopie mit dem Risiko einer späteren myopen Makulopathie einhergeht. Die Gutenberg Health Study aus Deutschland lieferte am ARVO Fünf-Jahres-Zahlen zur Inzidenz.1 Ebenfalls liegt von der gleichen Studiengruppe eine publizierte Arbeit vor.2 Die Zahlen und Ergebnisse sind nicht ganz die gleichen, deuten aber in dieselbe Richtung.

In der Bevölkerungsstudie wurden Daten von mehr als 15 000 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 74 Jahren analysiert; bei Personen  einer Myopie von mindestens -6 D wurde die Makula aufgrund von Fundusfotos gemäss der internationalen Klassifikation META-PM beurteilt.

Gemäss der im British Journal of Ophthalmology publizierten Arbeit2 erfüllten 801 Augen von 519 Teilnehmern das Kriterium der Myopie von mindestens -6 D (mittleres Alter 51.0 Jahre) und hatten klassifizierbare Fundusfotografien. Unter ihnen wiesen 10.3% eine myope Makulopathie auf, weit überwiegend in Form einer diffusen Atrophie. Pro Altersjahr stieg das Risiko einer myopen Makulopathie um 7%. Auch die Ausprägung der Myopie spielte eine Rolle, wie am ARVO erwähnt wurde: hier stieg das Risiko pro Dioptrie über -6 D um 62%.  

Die Inzidenz über 5 Jahre betrug gemäss der ARVO-Präsentation 3 Neuerkrankungen an myoper Makulopathie auf 1000 Einwohner (0.3%).

Bei den betroffenen Augen schritt die Makulopathie in 50% innerhalb der 5 Jahre fort.1

Fazit

  • Die Inzidenz der myopen Makulopathie über 5 Jahre betrug in dieser grossen europäischen Kohortenstudie 0.3% der Bevölkerung von 34 - 74 Jahren.
  • 7% der Personen mit Myopie über -6D entwickelten eine myope Makulopathie.
  • Je stärker die Myopie ausgeprägt war, desto höher das Risiko (OR 1.62 pro Dioptrie).

 

1. Hopf S, Heidt F, Korb C, et al.  Five-Year cumulative Incidence and Progression of Myopic Maculopathy in the German population – results from the Gutenberg Health Study.  ARVO 2021 abstract and video presentation
2. Hopf S, Korb C, Nickels S, Schulz A, Münzel T, Wild PS, Michal M, Schmidtmann I, Lackner KJ, Pfeiffer N, Schuster AK. Prevalence of myopic maculopathy in the German population: results from the Gutenberg health study. Br J Ophthalmol. 2020 Sep;104(9):1254-1259.

 

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Weltnichtrauchertag 2021

Raucher haben ein 83% höheres AMD-Risiko

Am 31. Mai 2021 findet der Weltnichtrauchertag statt. Die WHO startet in diesem Rahmen "Commit to Quit", eine Einjahres-Kampagne. Auch aus augenärztlicher Sicht lohnt der Rauchverzicht unbedingt:

  • Aktive Raucher haben eine um 83% höhere Inzidenz an AMD gegenüber Nichtrauchern (1)
  • Das Kataraktrisiko ist bei aktiven Rauchern um 30% erhöht (2)
  • Die Endokrine Orbitopathie wird bei Rauchern so häufig beobachtet, dass Rauchen als häufigster vermeidbarer Risikofaktor bezeichnet wurde (3)
  • Nikotin als Neurotoxin erhöht das Glaukomrisiko (4)
  • Trockene Augen werden bei Rauchern signifikant häufiger angetroffen (5)

Ein Rauchstopp senkt diese Risiken, sodass auch Augenärzte dazu ermuntern sollten. In Deutschland rufen die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft und ihr Generalsekretär Prof. Dr. med. Claus Cursiefen, dazu auf, Raucher auch bezüglich ihrer Augengesundheit zum Beenden des Nikotingenusses zu motivieren. Die Schweizer Krankenkassen führen hier auf, welche Massnahmen sie unterstützen. 

 

Referenzen

1. Klein R. et al. The Prevalence of Age-Related Macular Degeneration and Associated Risk Factors. Arch Ophthamol. 128, 750-758 (2010).
2. Hae Jeong L. et al. Association between cataract and cotinine-verified smoking status in 11 435 Korean adults using Korea National Health and Nutrition Examination Survey data from 2008 to 2016. J Cataract Refract Surg. 46, 45-54 (2020).
3.  Bartalena L, Piantanida E, Gallo D, Lai A, Tanda ML. Epidemiology, Natural History, Risk Factors, and Prevention of Graves' Orbitopathy. Front Endocrinol (Lausanne). 2020;11:615993.
4. Rüfer F. Sekundäre Neuroprotektion beim Glaukom durch Lebensstiländerungen. Klin Monatsbl Augenheilkd. 237, 158–162 (2020).
5. Yu, K. et al. Systemic Conditions Associated with Severity of Dry Eye Signs and Symptoms in the Dry Eye Assessment and Management Study. Ophthalmology 2021 Mar 27;S0161-6420(21)00235-9.
Pressemitteilung DOG vom 27.05.2021

 

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Interessanter Link: Optic Disc Drusen

 

The Optic Disc Drusen Studies (ODDS) consortium is an international alliance of researchers in optic nerve disorders with a special interest in optic disc drusen. Members are from 9 different countries worldwide; the coordination center is in Copenhagen, Denmark. The aim of the consortium is to provide an international forum for optic disc drusen research and clinical topics, where multicenter genotype-phenotype studies and structure-function correlation studies are performed in order to elucidate the mechanisms of optic disc drusen related visual loss.

The ODDS website provides insight in their research, for lay people as well as for professionals. Published papers of the group with short abstracts are listed. Coming soon is the section "pearls and pitfalls". Peter Maloca, IOB, is one of the members.


 

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Kennen Sie den Jules-Gonin-Blog?

Im Blog « Entrevoir » der Fondation Asile des aveugles stellt Clémentine Fitaire Dr. Irmela Mantel drei Fragen zu «Revolutionen in der Netzhautbildgebung».

Dr. Irmela Mantel ist mitverantwortlich für die Medical Retina Unit in der Jules-Gonin-Augenklinik. Sie spricht von einer Revolution in der Netzhautbildgebung.

Hier der Link zu Imagerie de la rétine - Dre Irmela Mantel - Hôpital ophtalmique


 

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Retina-Themen Frühjahr 2021

Eine neue Nomenklatur bei AMD, Phase-III-Ergebnisse zu Faricimab und die epiretinale Gliose sind Themen, über welche an aktuellen Kongressen viel zu hören ist.

Der Terminus CNV (choroidale Neovaskularisation) wird künftig «out» sein, so PD Dr. Katja Hatz, Binningen, und PD Dr. Peter Maloca, Basel, an einem Vortrag anlässlich der 5. Swiss Academy of Ophthalmology. Nach neuer Konsensus-Nomenklatur spricht man jetzt von MNV, makulärer Neovaskularisation.

Die okkulte CNV wird neu als Typ-1-MNV bezeichnet, die klassische CNV als Typ-2-MNV (Mischformen sind möglich) und die retinale angiomatöse Proliferation ist neu die Typ-3-MNV. Da die Nomenklatur auf Charakteristika der Bildgebung beruht, werden die Referenten auch in kommenden Workshops und Vorträgen und in ophta informieren.

Phase-III-Resultate zu Faricimab bei nAMD und bei diabetischem Makulaödem (DME) wurden an einem Kongress im Februar 2021 veröffentlicht.1,2 Der bispezifische Antikörper inhibiert VEGF-A und Angiopoietin-2 (Ang-2). Der Angiopoietin-Signalweg ist für die GefässstabilitÄt und Homöostase wichtig. TENAYA und LUCERNE verglichen bei nAMD fixe Injektionsintervalle von Aflibercept (alle 8 Wochen) und Faricimab (fixe Intervalle von 8, 12 oder 16 Wochen entsprechend der Läsionsaktivität bei Woche 20 und 24, 4 Ladedosierungen). YOSEMITE und RHINE sind Phase-III-Studien bei DME, mit personalisiertem und mit fixem 8-Wochen-Intervall für Faricimab und fixem Intervall für Aflibercept (im «personalisierten» Arm mit Sham-Injektionen zur Verblindung). Die Einjahres-Resultate ergaben beim Visus Noninferiorität, bei anatomischen Endpunkten Vorteile für Faricimab. Bis zu 52 % der Patienten kamen mit einem 16-Wochen-Intervall aus.

Anlässlich der Augenärztlichen Akademie Deutschland (AAD) informierte der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands die Öffentlichkeit über die epiretinale Gliose (Macular pucker). Wie bei der AMD, über sich im Netz eine Flut an Informationen findet, können Linien verzerrt erscheinen und der Visus abnehmen. Die Therapie der epiretinalen Gliose unterscheidet sich dagegen völlig. In ausgeprägteren Fällen steht die Vitrektomie zur Diskussion, um die Membranen abzulösen. 

Referenzen
Heier J, et al. Faricimab in neovascular age-relatied macular degeneration, TENAYA and LUCERNE Study Results.
Wykoff C, Faricimab in DME, YOSEMITE and RHINE Studie results, Vorträge am Kongress Angiogenesis, Exudation, and Degeneration, Bascom Palmer Eye Institute (Miami), 13.02.21
 

 

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Nature-Beitrag von PD Dr. Peter Maloca, IOB Basel

Licht in die Black Box geworfen

In der Retinadiagnostik ist die Artificial Intelligence angekommen. Mithilfe von Deep Learning-Mechanismen können Pathologien erkannt werden, ohne vorab zu definieren, wonach gesucht werden soll. Die diagnostische Genauigkeit der AI liegt dabei höher als die von Experten. Aber welche internen Rechenoperationen sich im Hintergrund abspielen, gleicht jedoch in der Regel einer Black Box. Im Nature-Beitrag von P. Maloca und Arbeitsgruppe (Communications Biology 4, 05.02.2021) wird eine Applikation vorgestellt, die zu transparenteren Maschinenlernprozessen führen und damit auch Anwendungen weiter optimieren könnte.

Unraveling the deep learning gearbox in optical coherence tomography image segmentation towards explainable artificial intelligence
 


 

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Versorgung einer rhegmatogenen Amotio retinae: Aktuelle Stellungnahme deutscher Fachgruppen

Stellungnahme von DOG, BVA und der Retinologischen Gesellschaft (Deutschland)

Im Oktober 2020 haben drei deutsche ophthalmologische Fachgesellschaften eine gemeinsame Stellungnahme zur zeitlichen Planung der Versorgung einer rhegmatogenen Amotio formuliert. Seit Januar 2021 ist sie im OPHTALMOLOGEN publiziert (Springer).

PDF der Stellungnahme vom Stand Oktober 2020 (auf der Website der DOG, ausserhalb der redaktionellen Verantwortung der SOG).


 

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Swiss Retina Update 2020

Hier kommen Sie zu den Referaten 


 

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Aktuelle Literatur: Retinabefunde bei COVID-19 und andere

Aktuelle Literatur


 

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Mehr Aktuelles aus 2020 finden Sie im Archiv